Spielerverträge im E-Sport
Der teuerste Fehler steht am Anfang: Wer als freie Mitarbeit bezeichnet wird, aber wie ein Angestellter trainiert, ist rechtlich angestellt. Daran hängen Sozialabgaben, Kündigungsschutz und der Jugendarbeitsschutz.
Spielerverträge im E-Sport sind selten kompliziert. Sie sind meistens unvollständig, weil sie aus Vorlagen entstehen, die für andere Sportarten geschrieben wurden oder aus einem anderen Land stammen.
Was geregelt sein sollte
- Einordnung der Zusammenarbeit und eine Durchführung, die dazu passt
- Vergütung: Grundbetrag, Antrittsgelder, Anteil an Preisgeldern und wann er fällig wird
- Trainingsumfang, Anwesenheit bei Turnieren, Umgang mit Krankheit und Verletzung
- Rechte an Aufnahmen, Streams und Statistiken, nach Umfang und Dauer getrennt
- Sponsorenpflichten und was an eigenem Streaming daneben erlaubt bleibt
- Laufzeit, Wechselfenster und was bei einem Wechsel mit Material und Daten geschieht
- Verhaltensregeln, Integrität und der Umgang mit Verstößen
- Anwendbares Recht und Gerichtsstand, wenn Beteiligte im Ausland sitzen
Drei Punkte, die oft fehlen
- Das EndeWas nach dem Wechsel mit Archivmaterial, Accounts und Zugängen geschieht, steht selten drin. Geklärt wird es dann in der schlechtesten Stimmung.
- Der NebenerwerbEigenes Streaming ist für viele die Haupteinnahme. Ein pauschales Verbot hält selten, eine Abgrenzung nach Zeiten und Sponsoren schon.
- Die GesundheitBelastungsgrenzen, Pausen und der Umgang mit Verletzungen an Händen und Augen gehören in den Vertrag, nicht in eine mündliche Absprache.
Wie wir unterstützen
Wir entwerfen Verträge für Ihre Organisation oder prüfen, was Ihnen vorgelegt wurde. Wir ordnen dabei die Zusammenarbeit arbeitsrechtlich ein und regeln die Rechte an Aufnahmen so, dass beide Seiten damit arbeiten können.
Spielervertrag vor der Unterschrift prüfen
Schicken Sie ihn uns. Sie erfahren, was fehlt und was im Streitfall nicht halten wird.
Vertrag prüfen lassenHäufige Fragen
Sind unsere Spielerinnen und Spieler angestellt oder selbstständig?
Die Einordnung richtet sich nach der tatsächlichen Durchführung. Wer feste Trainingszeiten einhalten muss, Vorgaben zu Aufstellung und Auftreten folgt und kein eigenes unternehmerisches Risiko trägt, dürfte Arbeitnehmer sein. Die Folgen einer Fehleinordnung treffen die Organisation: Sozialabgaben werden nachgefordert, im Zweifel für Jahre.
Wem gehören die Aufnahmen und Streams?
Ohne Regelung bleiben die Rechte am eigenen Bild und an der Stimme bei den Spielenden. Die Organisation darf Material nur im vereinbarten Rahmen nutzen. Weiterverwertung von Höhepunkten, Belieferung von Sponsoren und Archivmaterial nach dem Wechsel sind ausdrücklich zu vereinbaren, mit Umfang, Dauer und Vergütung.
Sind Buyout-Klauseln wirksam?
Eine feste Ablösesumme ist im Arbeitsverhältnis heikel, weil sie die Berufsfreiheit einschränkt. Wirksam sind eher befristete Verträge mit klaren Laufzeiten und Wechselfenstern. Vertragsstrafen müssen der Höhe nach angemessen sein und einen konkreten Verstoß benennen, sonst fallen sie im Streitfall weg.
Was ist bei minderjährigen Talenten anders?
Der Vertrag braucht die Zustimmung der Erziehungsberechtigten und ist ohne sie schwebend unwirksam. Dazu kommen die Grenzen des Jugendarbeitsschutzes für Trainings- und Wettkampfzeiten, die mit Turnieren in anderen Zeitzonen regelmäßig kollidieren. Einzelheiten stehen unter Minderjährige im E-Sport.